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In der aten Scene ruft Frankforts, des Officiers, Geliebte sich mit ihrem Gefährten die erste Bekanntschaft des Offieiers ins Gedächtnils zuriick. Hierauf treffen sich die Liebenden, umarmen sich und werden gemeinschaftlich von der Seuche ergriffen. Wie dieser ungliickliche Moment eintritt, sagt das Mädehen:

— — — — Thy face

Is all at once spread oner with a calm

Afore beautiful than sleep, or mirth, or joy!

brachtest . Muscheln glanzten mit einem traurigen Schein iiber die Weisse dieses ihres Leichentuches, und prächtige Federn, mit denen wenig Stunden ' zuvor ihr Kind gespielt hatte, während es bestandig seines Bruders Namen lisvelte, bildeten einen traurigen Contrast mit de,m blassen, blassen Gesichte, das so ruhig unter seinem dunkelbraunen Haar da lag. Zwei Briefe befinden sich noch in ihrer vom Tode geschlossenen Hand, und werden mit ihr begraben. Der eine war von deinem Capitain nach dem grofsen Siege iiber de Ruyter geschrieben, voll des erhabensten* Lobes von ihres Sohnes vollendeter Geschicklichkeit und Tapferkeit. Der andere, der nun beinahe von Thränen ausgelöscht ist, war von dir selbst, der letzte, den sie von dir hatte, und der von deiner Heimkunft sprach« Gott segne dich, mein Kind! Ich bin zu alt zu weinen — aber eine solche Heimkunft erprefst Thränen aus meinem alten verwelkten Herzen.

Frankfort. O, es ist der Fluch der Abwesenheit, dafs unsere Liebe zu melancholisch — zu zärtlich — zu tief gegen alle unsere weit entfernten Freunde wird. Wir kommen heim und finden die todt, um welche wir oft weinten, unniitz weinten, wie sie in ihrer Freude waren. Dann geht der Seemann mit gebrochenem Herzen auf die See zuriick, die mit furchtbarem GetOse sich um die heimathlose Erde walzt.

/ am no more disconsolate. We shall die
Like two glad waves, that, meeting on the sea
In moonlight and in music, melt away
Quietly mid the qniet wilderness! *)

und indem sie ihn in ihrc Arme zieht, sagt sie:

Thy soft while spotless bosom, like the plumes
Of some compassionate angel, meets my heart!
And all therein is, quiet as the snow
jit breathless midnight.
A sweet mild voice is echoing far away
In the remotest regions of my soul.
'Tis clearer now and now again it dies,
jjnd leaves a silence smooth as any sea,
TVhen all the stars of heaven are on its breast.
Magd.: We goto sleep, and shall awake with God.
Frank.: Sing me one verse of a hymn before I die.
One of those hymns you sang long, long ago
On Sabbath evenings! Sob not so, my Magdalene. **)

*) Dein Gesicht ist auf einmal mit einer Ruhe iibergossen, schöner als der Schlaf, der Fruhsinn, oder die Freude! Ich bin nicht trostlos mehr. Wir werden sterben, wie zwei frohjiche Wogen, die sich auf der See im Mondlicht und im Wohllaut begegnen und ruhig dahinschmelzen in der ruhigen Wilduifs!

»*.) Dein sanfter, weifser, fleckenloser Busen beriihrfc mein Herz wie das Gefieder eines mitleidigen Engels, und alles ist ruhig rfarin wie der Schnee in der Windstille um Mitternacht. Eine liebliche, milde Stimme verhallt fernhin in meiner Seele innersten .'iefen. Jetzt ist sie heller — und jetzt erstirht sie wieder, und fainterlafst ein Schweigen, so eben wie ein See, wenn alle Sterne dcs Himmels auf seinen Busen sich neigen.

Magd.: Wir legen uns schlafen, und werden mit Gott crwachen.

Frankf.: Singe mir einen Vers einer Hymne, ehe ich sterbe, «ine von den Hymnen, die du ver langer, langer Zeit an FeiertagsAbenden sangst! Schluchze nicht so, meine Magdalene.

Sie stirbt nicht mit ihm, aber der Priester sagt von ihr:

See her breath just mives The ringlets on his cheek! JJow livingly In her last sleep these white and gentle han h Lie on his neck and breast! Her soul is parting! *)

und wie er bestattet wird, sinkt sie am Rande seines Grabes ohnmächtig nieder und das Volk sagt:

That one small grave that one dead mariner That dying Lady and those wond'rous friends So calm, so lofty, yet compassionate Do strike a deeper awe into our Souls, A deeper liaman grief than yon wide pit With its unnumber'd corpses **).

Dann sagt Einer:

— — — Woe and death
Have made that Angel bright their prey at last!
But yesterday I saw her heavenly face
Becalm a shrieking room with one sweet smile!
For her, old age will tear his hoary locks,
And childhood murmur forth her only name
Weeping in sorrowful dreams! ***)

*) Sieh, ihr Hauch bewegt so eben die Locken auf seiner Wange! — Wie lieblich liegen in ihrem letzten Schlafe ihre weifsen und lieblichen Hände auf seinem Nacken und seiner Brust! — Ihre Seele ist im Scheiden!

**) Dieses eine kleine Grab, dieser eine todte Seemann — diese sterbende Jungfrau — und diese staunenden Freunde, so ruhig, so emporgehoben und doch so theilnehmend — füllen unsere Seelen mit tieferer Ehrfurcht, mit einem tieferen menschlichen Kummer, als jenes weite Grab mit seinen zahllosen Leichen.

***) Schmerz und Tod haben endlich diesen glänzenden Engel zu ihrer Beute gemacht! Noch gestern sah ich das Angstgeschrei ein Anderer:

Her soft hand clos'J
My children's eyes, and when she turn'd to go,
The beauty of her weeping countenance
So sank into my heart, that 1 beheld
The little corpses with a kind of joy,
Assured by that compassionate Angel's smile
That they had gone to heaven *).

Auch sie nifen die Engel in's ewige Lehen, nnd heilige
Lieder nnd Segnungen schliefscn das Gedichl, welches de
Foes Geschichle der Pest von Londen nachgebildet ist. Der
Dichter sagt von der Wirkung der Pest:

— — — As tlmnder quails
Th'inferior ereatures of the air and earth,
So bowed the Plague at once all human souls,
And the brave man beside the natural coward
Walk'd trembling. On the restless multitude,
TJioughtlessly toiling through a busy life,
Nor hearing in the tumult of their souls
The ordinary language of decay,
A voice came down that made itself be heard,
As Death's benumbing fmgers suddenly
Swept off' whole erowded streets into the grave.
Then rose a direful struggle with the Pest!

eines ganzen Zimmers durch ein Lacheln ihret himmlischen Gcsichtes beruhigt! Urn sie wenlen die Alten sich ihre grauen Locken ausraufen, nnd Kinder werden ihren Namen weinend in bnmmervollen Traumen aussprechen.

*) Ihre sanfte Hand schlofs meiner Kinder Angen, — nnd tis sie sich wandte und gehen wollte, senUte sich die Schönheit ihres weinendeo Gesichtes so tief in mein Herz, dafs ich mit einer Art Freode die kleinen Leichen anblickte, versicherc durch dieses mitleidigen Engels Lacheln, dafs sie zum Himmel gegangen waren.

And all the ordinary forms of life

Mov'd onwards with the violence of despair.

Wide flew the crowded gates of theatres,

And a pale frightful audience, with their souls

Looking in pertvrbation through the glare

Of a convulsive laughter, sat and shouted

At obscene ribaldry, and mirth profane.

There yet was heard parading through the streets

War-music, and the soldier's tossing plumes

Mov'd with their wonted pride. O idle shaw

Of these poor worthless instruments of death,

Thœmselves devoted! Childish mockery!

At which the Plague did scoff, who in one night

The trumpet silenc'd and the plumes laid low *).

») Wie der Donner die geringeren Geschöpfe der Luft und der Erde niederdrückt, so beugte die Pest auf einmal alle menschliche Seelen, und der kuhne Mann ging zitternd neben dem von Natur Feigen. Ueber die rastlose Menge, die gedankenlos sieb durch das geschäftige Leben müht, nnd die gewöhnliche Stimme der Hinfälligkeit in dem Aufruhr ihrer Seelen nicht vernimmt, kаm eine Stimme hernieder, die sich vernehmbar machte, wie des Todes vernichtender Finger plötzlich ganze volkreiche Strafen in's Grab rifs. Da erhob sich ein furchtbarer Kampf mit der Pest! und alle gewöhnliche Gestalten des Lebens bewegten sich mit ,der Heftigkeit der Verzweiflung. Weit flogen die gedrinjt vollen Thüren der Schauspielhäuser auf, und eine blasse, erschrockene Versammlung, deren Seelen unruhig aus dem Glanz' eines convulsivischen Lachens hervorblickten, safs da und jauchzte über obscene Schwanke und unheiligen Scherz. Man hörte noch den Aufzug der Krieger in den Straften, die kriegerische Musik, und der Soldaten wallende Federbüsche bewegten sich mit dem gewohnten Stolz. ' 0, eitles Gepränge dieser armen, werthlosen Werkzeuge des Todes, selbst dem Tode geweiht! Kindische Aefferey! welche die Pest verhöhnte, die in einer Nacht die Trompete verstummen machte und die Federn zu Boden rifs.

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