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in das himmlische Paradies der Coquetten. Sie ist entziickt iiber alles, 'welches sie da sieht, und sehnt »ich, an Eroberungen Theil zu nehmen, welches sie aber, da sie nicht zu den blofsen Geislern gehört, nicht kann, und wiinscht sich deshalb zur Erde zuriick. Ihr Wunsch wird erfiillt. Sie findet, dafs ihr blofs im Schlafe geträumt hat. Ein Oberst, der ihr die Cour gemacht und sie vernachlässigt hat, kommt reuevoll um Verzeihung zu bitten, die sie aber nicht gewähren will, weil sie es vorzieht, den maroccanischen Gesandten seinen 70 Frauen abspenstig zu machen. So treibt sie ihr Wesen fort unter ewigen Intrigucn und Selbsttäuschungen. Der Anfang ihrer Selbstbetrachtung ist sehr hübsch, wie Sie aus folgender Prube urtheilen können.

How did I hope to vex a thousand eyes!
Oh glorious malice, dearer than the price!
Yet well was taught my brow that pride serene,
Which looks no triumph where no doubt had been;
That easy scorn, all tranquil as before,
Which speaks no insult, and insults the more;
And with calm air, the surest to torment,
Steals angry Spite's last torment, to resent.

TVhy was the triumph given? Too flattering joy!
Frail hour which one frail minute could destroy!
He came oh Hope! he has ten'd to my seat;
I saw, and almost dream'd him at my feet,
Close by my side a gay attendant slave; (
The glance, which thousands sought, to none he gave;
Scarce bow'd to nodding Bevies when we walk'd,
Smil'd when I smil'd, and talk'd, and laugh'd, and

talk'd;

Held my light fan with more than woman's grace,
And shook the tiny zephyr o'er my ft e:
Why did I heedlefs trust the flattering sign,

As if no fan he e'er had broke but mine!

Ah simple fool but wherefore nurse the smart?

The bauble he may break . but not my heart *).

Ее koiuml nämlich eine Rivalinn spät am Abend in den Tanzsaal. Der Oberst wird zerstreut, zerbricht den Fächer, verläfst die Schöne und führt eine andere zu Tisch. Da sagt die Heldin in ihrem Selbstgespräch:

JP7ien to the supper-hall we moved along, JJHiy was I doom'd to face her in the throng! With what provoking kindnefs-did she stand, And loose her arm from his to prefs my hand,

*) Wie konnte ich hoffen, tausend Augeu zu ärgern! 0 glorreiche Malice, thenrer denn der Lohn! Aber wohl ward meiner Stirn dieser heitere Stolz gelehrt, keinen Triumph blicken zu lassen, wo kein Zweifel waltete; dieser leichte Zorn, so ruhig wie vorher, der dadurch um so mehr beleidigt, weil er keine Beleidigung ausdrückt, und mit ruhiger Miene, am sichersten quälend, des zürnenden Ingrimms letzte Quaal stiehlt, empfindlich zu seyn.

Warum ward mir der Triumph gewährt? Zu schmeichelhafte Freude! Gefährliche Stunden, die eine gefährliche Minute zerstören konnte! Er kam — o Hoffnung! er eilte auf meinen Sitz zu; ich sah, und träumte ihn beinahe zu meinen Füfsen, dicht an meiner Seite, ein froher, mir dienender Sklave; den Blick, den Tausende suchten, gab er keinef, verbeugte sich kaum vor nickenden Schaaren, wenn wir vorübergingen, lächelte, wenn ich lächelte, und lachte, und sprach; hielt meinen leichten Fächer mit mehr als weiblicher Anmuth und wehte den leisesten Zephir über mein Gesicht . Warum trauetc ich achtlos dem schmeichelnden Zeichen, als hätte er nie einen anderen Fächer zerbrochen als den meinigen! Ich einfältige Thörinn — aber warum den Schmerz nähren? Den Tand mag [er brechen, aber nicht mein Herz.

And beg with well feign'd sympathy 'to know,
Of headaches which I felt three months ago!
I smiCd , with looks that all my soul convey'd;
Oh had they but the power which bards have said!

W/iat thoJ, as if unweeting of my shame,
The little Marquis all obsequious came,
Mid giants venturous gave his arm to guide,
Lefs by the head, and rear'd him by my side;
With brilliant finger made to be ador'd,
And gallant thumb that daring erofs'd the board,
The ice and jelly graceful gave to sip,'
£ternal nothings dimpling from his lip.
Till then I knew not fops could have opprefs'd,
Aor fblt how hard to laugh without a jest

•) AIs wir nach dem Speisezimmer tins bewegten, warum ward mir das Schicksal, meiner Ntbenbuhlerinn gerade vor Gesicht in dem Hiufen zu kommen? Mit welcher cmpb'renden Zartlichkeit stand tie da, und lOsete ihren Arm von dem seinigen, irieine Hand zu driicken, und mit vollkommen erkiinsteltem Mitgefiilil sich Nachricht zu erbitten uber Kopfschmerzen, die ich drei Monate vorher empfunden hatte? Ich lachelte, aber mit Blicken, die meine ganze Seele ihr zufiihrten. Ach! bjtten Augen doch die Kraft, die Dichter ihnen zuschreiben!

Wie, als wiilste er meine Schande nicht, ganz dienstfertig der' kle/ne Marquis herankam, unter Riesen es wagte, den Arm zu geben, mich zu fiihren, so klein er war, sich nchen mir grofter machte, mit schimmernden Fingern, die zur Verehrung ge. macht waren, und tapferem Daumen in die Krcuz und Queer uber den Tisch fuhr, mir zierlich Eis und Gele'e zu kosten zu geben, indem ein ewiges Nichts von semen Lippen klingelte: bis dahin wufste ich nicht, daft auch Narren zur'Last seyn kiinnten, und wuftte nicht, wie hart es sey, ohne Witz zu horen, lachen zu Sie selbst beschreibt der Dichter:

She, if her charms, or chance, around her bring
Ralf the gay triflers of the crowded ring,
Now soft with one, and now with one all gay,
As the free tones of carelefs converse play,
Can share the Captain's laugh, nor fear the while
Lest angry Generals frown at every smile;
Ah, not like her who, half afraid, half bold,
Proud of new slaves, yet loath to lose the old,
When cruel fortune gathers round her throne
Whom singly she had seem'd to love alone,
Must anxious manage every look and speech
And deal the cautious tendernefs to each.
Yes, ye tir'd band, whom never respite saves;
Ye slaves, still toiling 'mid your train of slaves I
Yes, there are Joys even vanity above
Ambition, conquest, what are ye to love! *)

*) Sie, wenn ihre Reize oder der Zufall die Hälfte der frohen Tändler des vollen Kreises zu ihr führen, ist jetzt sanft mit dem einen

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und jetzt ganz Freude mit dem andern, so wie der freie Ton des achtlosen Gesprächs spielt. Sie kann das Lachen des Hauptmannes geniefsen, und fürchtet in währender Zeit nicht, dafs der General bei jedem Lächeln die Stirn runzelt. Ach! sie ist nicht wie i diejenige, die halb schüchtern, halb kühn, stolz auf neue Sclavea

ist, und doch die alten ungern verliert, wenn das grausame Schicksal diejenigen um ihren Thron versammelt, die sie einzeln allein zu lieben schien, ängstlich jeden Blick und jedes Wort beherrschen mufs und nur mit Vorsicht gegen jeden zärtlich seyn darf. Ja, du müder Schwärm, den nie der Aufschub rettet, ihr Sclaven, die ihr euch noch immer abmühet unter einem Trofs von Sclaven! ia, es giebt Freuden, die selbst über die Eitelkeit gehen. — Was ist der Ehrgeiz, die Eroberungssucht gegen die Liebe!

Der Dichter ist nicht blofs in seinem Elemente, лгеnn er .so die Felder Ihres Geschlechts beschreibt, sondern mehr weun er die Vorzüge desselben berührt. Einen der Vorzüge, in welchem es unser Geschlecht übertrifft, schildert er so:

Yes, fPbman, yesl Though in his pompous school Man proud may learn to think and talt by rule, There is the native eloquence , whose grace plows true to every hour and every place That with a swain familiar can recal Scenes, persons, things, and spread delight on all, Or find, as fluent, if unknown the youth, In mutual ignorance, gay stores of truth: j\7o theme thou need'st accordant thoughts to strike, On something, nothing, all things sage alike; Enough to wake thy eloquence and lore, Ears that can list, and eyes that can adore *).

Doch es ist Zeit, den Schalk zu verlassen; eigentlich meint er es doch nicht so gut mit Ihrem Geschlechte, als ich und der Dichter, unter dessen Obhut und Schutz ich Ihnen meinen heutigen Brief schreibe. Herr Barrett hatl(*

*) Ja, Frauen, ja! — Obgleich der stolze Mann in seiner stolzen Schale lernen kann, nach Regeln zu denken und zu sprechen, Jo giebt es doch eine natürliche Beredsamkeit der Einmuth, die ginz wahr zu jeder Stunde und an jedem Orte fliefst — die traulich mit dem Hirten Scenen, Personen, Dinge zuruckrufen, und Zauber über alles verbreiten kann, oder die eben so niefsend, •wenn der Jüngling nicht bekannt ist, in gegenseitiger Un wis. senheit frohe Schatze der Wahrheit finden kann. Ihr bedürft keines Thema, passende Gedanken hervorzurufen, über etwas, über nichts, über alles gleich weise. Eure Beredsamkeit und rare Weisheit zu wecken sind Ohren hinreichend, die horchen, und Augen, die verehren können, ^ .. ЛК

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