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Gallenfarbstoff aus aufgelösten Blutkörpern bestreiten, die indess Kühne keinesweges bewiesen habe, ebensowenig, wie dessen Versuche einen Beweis gegen Frerichs' Ansicht von der Bildung des im Harn erscheinenden Gallenfarbstoffs aus den injicirten Gallensäuren enthalten. Uebrigens erkennt der Verf. die hier noch auszufüllende Lücke ausdrücklich an.

Auch Folwarczny, von dessen Abhandlung wir hier nachträglich berichten, hebt hervor, dass Kühne's Schlussfolgerungen keinesweges gerechtfertigt sind; derselbe prüfte in drei Fällen von Icterus den Harn nach Hoppe's Methode, fand aber darin ebensowenig, wie in normalem Harn Gallensäure. Die Icteruskranken erhielten Benzoesäure täglich 10 Gran, und es gelang Hippursäure im Harn auszumitteln nach folgender Methode. Der zum Syrup eingedampfte Harn wurde mit Alkohol von 0,83 aufgenommen; die alkoholische Lösung während des Verdunstens mit wenig Oxalsäure versetzt; der nun entstehende Rückstand mit alkoholhaltigem Aether extrahirt, das Extract verdampft mit Wasser gekocht und heiss filtrirt; beim Erkalten der Lösung und etwaiger weiterer Concentration scheidet sich die Hippursäure aus. Auf die Anwesenheit von Hippursäure in dem Harn der Icterischen nach Benzoesäuregenuss schloss der Verf. aus der Form der in jener Weise erhaltenen Krystalle und aus dem Verhalten derselben beim Erhitzen, wobei die Krystalle schmolzen und rothe olartige Tropfen unter Entstehung eines eigenthümlichen aromatischen Geruchs bildeten. Somit bestreitet der Verf. nicht nur die Behauptung Kühne's über das constante Auftreten der Gallensäuren im icterischen Harn, worin er mit Neukomm also übereinstimmt, sondern auch die andere Behauptung Kühne's, dass nämlich die Hippursäure im icterischen Harn fehle (Bericht 1858. p. 327. 329), und weiter auch die Theorie Kühne's über Sistirung der Glycinbildung bei Icterus,

Uebrigens stellt sich Folwarczny auf denselben Standpunkt, den auch Neukomm einnimmt, er will nämlich das Vorkommen von Gallensäuren im icterischen Harn im Allgemeinen nicht geradezu bezweifeln, besteht aber darauf, dass die Ansicht von Frerichs über die Umwandlung wenn nicht der ganzen Menge, so doch eines Theiles der Gallensäure im Blute nicht gefährdet sei, zumal Frerichs die Möglichkeit der Verwandlung der Gallensäuren in Chromogene direct nachgewiesen habe, was auch Neukomm besonders hervorhebt.

Die Untersuchungen über die Schicksale des Alkohols im Organismus von Duroy, Lallemand und Perrin, deren Resultat im vorj. Bericht p. 310 nur kurz mitgetheilt wurde, sind aus

die Stunde. Als tietootis Blutch nach stillati

führlicher von Lallemand in dem oben citirten Aufsatze vorgelegt worden.

Zwei kräftigen Hunden wurden in zwei Portionen mit 1/3 Stunde Pause 240 Gr. Alkohol von 210 in den Magen eingeführt. Als tiefer Rausch eingetreten war nach 11/2 Stunden, wurde aus der Carotis Blut genommen. Bei der Destillation desselben ging eine deutlich nach Alkohol riechende Flüssigkeit über. Durch wiederholte Destillation über ungelöschten Kalk wurden schliesslich (aus 700 Gr. Blut) 3,5 Gr. ziemlich concentrirter Alkohol erhalten, und von einem zweiten Destillat noch 4 Gr. verdünnteren Alkohols. 130 Gr. Blut wurden dagegen mit völlig negativem Erfolg auf die Gegenwart von Essigsäure geprüft.

Von Menschen, die 100 bis 150 Gr. Branntwein trinken mussten, wurden mehrere Stunden lang die Exspirationsgase aufgesammelt unter Condensation. Bei der Destillation des absorbirenden Wassers wurden deutliche Anzeichen von der Gegenwart von Alkohol erhalten. •Durch wiederholte Destillation wurde aus dem Harn von Menschen, die starken Wein und Cognac getrunken hatten, Alkohol dargestellt. · Wo es nicht möglich war, die kleinen Mengen von Alkohol in der bisherigen Weise darzustellen, wendeten die Verff. ein anderes Verfahren an, die zu untersuchende Flüssigkeit wurde in einem Kolben bis zum Kochen des Alkohols erwärmt, während ein Luftstrom das Verdampfte in eine Vorlage mit doppelt chromsauren Kali in Schwefelsäure gelöst drängte. Die Reduction der Chromsäure zu grünem Oxyd sollte die Gegenwart von Alkohol beweisen. Alkohol-freies Blut und Gewebe, ebenso behandelt, gaben jene Reaction nicht. So fanden die Verf. Alkohol im Gehirn, in der Leber, und zwar ein bis zwei Mal so viel, als im gleichen Gewicht Blut. Auch konnte der Alkohol durch Destillation aus der Gehirnsubstanz dargestellt werden. Im Muskel- und Zellgewebe wurde gleichfalls Alkohol gefunden; auch in der Hautexhalation. Nach Einnahme von 40 Gr. Branntwien konnten die Verf. 1/2 Stunde darauf den Alkohol im Harn nachweisen. Lallemand bemerkt schliesslich noch, dass die Alkoholreaction nicht durch Essigsäure oder Aldéhyd bewirkt wurde; erstere würde als essigsaures Salz im Blute zurückgeblieben sein. Die Abwesenheit des Aldehyds wurde speciell constatirt, indem die die Chromsäure reducirende Substanz ammoniakalisches salpetersaures Silber nicht reducirte. War Aldehyd absichtlich eingeführt, so trat diese Reduction mit dem Destillat des Blutes u. 8.. W. ein. Dann war auch das Blut sauer und enthielt essigsaure Salze ; nach Alkohol

Analysder Flamme verbriechende, lehende, ang

genuss war das Blut alkalisch. Aus diesen Versuchen schliessen die Verf., dass der Alkohol im Organismus nicht verbrennt, sondern als solcher durch Lunge, Haut, besonders Nieren ausgeschieden wird, nachdem er sich besonders im Hirn und in der Leber angehäuft hat. Daran knüpft der Verf. auf der Hand liegende pathologische Bemerkungen.

Kaulich hat die Untersuchungen von Petters über Acetonbildung im Körper (Bericht 1857. p. 310) fortgesetzt. 700 Pfd. diabetischen Harns wurden der Destillation unterworfen, fractionirt, bis zuletzt etwa 1 Unze Destillat erhalten war; dieses blieb über geglüheten Aetzkalk stehen, dann abgegossen, wieder destillirt und durch Chlorcalcium weiter entwässert. Bei abermaliger Destillation wurde bei 60 bis 61° C. eine wasserklare, leichtflüssige, sehr flüchtige, stark lichtbrechende, angenehm ätherartig, d. h. nach Aceton riechende, leicht mit weisser nicht russender Flamme verbrennende Flüssigkeit erhalten, deren Analyse noch nicht befriedigend mit der Zusammensetzung des Acetons stimmte. Nochmals über Chlorcalcium gebracht und destillirt, ergab die Analyse fast ganz dasselbe Resultat wie vorher, es fehlten namentlich 1,5% Kohlenstoff für Aceton. Die Analysen stimmen am besten mit der Formel C14 H15 03 (Aceton ist = C6 H6 O2). Dennoch glaubt der Verf. den Körper nach seinen übrigen Eigenschaften für Aceton, verunreinigt, halten zu müssen. Bei Subtraction von zwei Mal Aceton von jener Formel bleibt C2 H3 0, welcher Rest doppelt genommen C4 H5 0 + 1 aq. = Alkohol ist; dass ein wenig Alkohol beigemischt war, ist sehr wahrscheinlich.

Aus allen Fällen, in denen Acetonbildung beobachtet wurde, -geht hervor, dass diese Bildung nur da stattfand, wo das Leiden in Erkrankung des Verdauungscanals bestand, oder mit solcher verbunden war; so war es auch, wenn bei Diabetes Acetonbildung beobachtet wurde. In der Magenschleimhaut erkennt der Verf. vorzugsweise die Stätte, wo die Acetonbildung eingeleitet werde. Kaulich hat mehrmals die Diagnose auf Erkrankung des Verdauungsapparats aus dem Acetongeruch der Mundexhalation gemacht.

Aceton kann aus Traubenzucker durch Gährung entstehen, wofür der Verf. eine Nachweisung Lerch's anführt: Kaulich meint, dass bei dieser Gährung 1 Aeq. Traubenzucker in 1 Aeq. Aceton, 1 Aeq. Essigsäure, 2 Aeq. Kohlensäure und 2 Aq. verfallen werde. Dass im Körper das Aceton aus Traubenzucker entstehe, hält der Verf. für die wahrscheinlichste Annahme. Der Verf. macht dann auf die schädlichen Folgen der Acetonbildung aufmerksam, Acetonnarkose, sofern

das Aceton nicht sofort oxydirt wird, sondern, wie der Alkohol nach den oben referirten Untersuchungen, in alle Organe und Excrete übergeht.

Harn.

Boedeker hat bei neun gesunden jungen Männern den 24 stündigen Harn untersucht, jedoch nur für einen Tag. Von der Lebensweise ist nur das angegeben, dass sie eine gewohnte war, wahrscheinlich also mit gemischter Nahrung. Da den Zahlen wohl nur eine geringe Bedeutung zuzuschreiben ist, so begnügen wir uns damit, die beiden Extreme mitzutheilen. Die Gesammtmenge des Harns lag zwischen 1030 und 2160 CC, das spec. Gewicht zwischen 1015 und 1025, die Harnstoffmenge zwischen 20,3 und 38,9 Gr., die Harnsäuremenge zwischen 0,3 und 1,4 Gr., die Schwefelsäuremenge zwischen 1,3 und 4,4 Gr., die Phosphorsäuremenge zwischen 1,8 und 4 Gr., die Chlormenge zwischen 4,7 und 11,6 Gr., die Kalkmenge zwischen 0,2 und 0,6 Gr., Magnesia 0,1 bis 0,2 Gr.

Das Chlor bestimmt Boedeker in dem mit Baryt gefällten Harn, indem er das vielleicht von zuviel Aetzbaryt alkalische Filtrat mit Salpeter- oder Essigsäure neutral macht, und dann mit salpetersaurem Silberoxyd und einfach chromsauren Kali titrirt; der Niederschlag von chromsauren Baryt störte die Bestimmung nicht, wenn nur so viel chromsaures Kali zugesetzt worden war, dass beim Einfliessen der Silberlösung deutlich die braunrothe Farbe des chromsauren Silberoxyds entstand.

Seller hat die in England gebräuchlichen Methoden, aus dem specifischen Gewicht des Harns die Gewichtsmenge der festen Bestandtheile zu berechnen, einer Discussion unterworfen, Christison und nach ihm G. Bird multipliciren das um 1000 verminderte specifische Gewicht mit 2,33 (zugleich auch Haeser's Factor), in der Voraussetzung, dass die Ausdehnung des lösenden Wassers sich zu dem Zuwachs der Dichte 1000 nahezu wie 4 zu 3 verhält, oder, dem Gewichte nach ausgedrückt, nahezu = 4/, der Zahl ist, die die gesammte in Lösung befindliche feste Substanz bezeichnet. Andere multipliciren das um 1000 verminderte spec. Gewicht mit 2, in der Voraussetzung, dass die Ausdehnung gleich dem halben Gewicht der festen Substanz ist, benutzen aber diese Regel nur für Harn von niederem specifischen Gewicht. Becquerel multiplicirt mit dem Factor 1,65 in der Voraussetzung, dass die Ausdehnung nur 2/5 des Gewichts der festen Substanz entspricht.

Seller prüfte die Brauchbarkeit dieser Regeln an den besonderen Eigenschaften der Harnbestandtheile, welche er zu dem Zweck in drei Gruppen sondert, Harnstoff, organische Substanz ausser Harnstoff, und unorganische Salze.

Nach des Verf. Versuchen bewirken 30 Gran reinen Harnstoffs bei ihrer Lösung, 80 dass die Lösung den Raum von 1000 Gran Wasser einnimmt, eine Ausdehnung gleich dem Volumen von 22 Gran Wasser.

Was die unorganischen Salze betrifft, so findet der Verf. für seine Rechnung keine andere Analyse des Harns brauchbar, als die von Berzelius. Unter 67 Gran festen Theilen auf 1000 Gewichtstheile Harn oder abgerundet 70 auf 1000 Wassergran - Masstheile Harn kommen 17,41 Gran Salze, und zwar, wie Seller aufführt, schwefelsaures Kali, schwefelsaures Natron, phosphorsaures Natron, phosphorsaures Ammoniak, Chlornatrium, Chlorammonium, Erden mit einer Spur von Fluorcalcium und Kieselerde. Hauptsächlich nach den Daten von Playfair und Joule berechnet Seller für die Ausdehnung bei der Lösung jener Gewichtsmenge dieser Salze (unter Vernachlässigung der letzten beiden Bestandtheile) den Betrag von 7,26 Volumina, so dass diese Salze in 992,74 Gran Wasser gelöst 1000 Wassergran-Volumina von 1009,15 spec. Gewicht geben würden.

Werden 30 Gran Harnstoff und 17,41 Gran Salze im Wasser gelöst, so beträgt die Summe der Ausdehnung 29,26, so dass 970,74 Gran Wasser hinreichen, um 1000 Volumina Lösung zu geben. Das specifische Gewicht dieser Lösung würde 1018,15 sein. Um aus diesem specifischen Gewicht das Gewicht der gelösten Substanz zu berechnen, würde der höchste Factor, 2,33, nicht ausreichen, welcher anderseits zu hoch sein würde, um aus dem specifischen Gewicht der Lösung jener Salze allein die Menge dieser zu berechnen.

Für die übrigen organischen Substanzen, ausser Harnstoff, lassen sich keine directe Bestimmungen machen. Bei jener zum Grunde gelegten Analyse von Berzelius fehlt die Angabe über das spec. Gewicht, daher hier auf indirecte Weise Nichts ermittelt werden kann. Eine Analyse von Miller führt 13,35 fixe Salze auf, welcher Menge die Ausdehnung 4,45 entspricht, ferner 14,23 Harnstoff, entsprechend der Ausdehnung 10,43; die Gesammtausdehnung darnach also - 14,88. Die Gesammtmenge fester Theile betrug 43,2 und das specifische Gewicht 1020. Die Gesammtausdehnung, der Lösung sämmtlicher fester Theile entsprechend, findet sich durch Subtraction des die Dichte 1000 übersteigenden Zuwachses 20 von dem Gewichte

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