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setzten sich die Pilger zu Paris durch dramatische Darstellungen aus dem alten und neuen Testamente auf's neue bei dem Könige in Gunst. Jetzt wagte ein Theil von ihnen, sich förmlich zu einer dramatl« schen Gesellschaft zu vereinigen, die eiy eigenes Thea, ter einnahm. Sie nannten sich, nach' geistlicher Art, «ine Brüderschaft; die Schauspiele, die sie ga, ben, hießen Mysterien; und weil noch feines ih» ter geistlichen Theaterstücke so bewundert worden war, als das Myster von der Passion, so nahm die Gesellschaft den Nahmen der P assionsbrü< derschaft an. Schon im 1.1398 fand der Bür, germeister (prevotV von Pari« diese Schauspiele anstößig. Er verbot sie durch eine Ordonnanz. Aber die Brüderschaft wandte sich an den König, der ihr wohl wollte. Sie wurde von ihn, geschützt, und erhielt endlich im 1.1422 ein förmliches Privile« gium als die erste öffentlich autorlsirte Schauspiet lergesellschaft in Frankreich und im ganzen neueren Europa ').

Das berühmte Myster von per Passion unsers Herrn I. C. ist eine dramatische Bear« beitung der ganzen tebensgeschichte des Heilandes der Christen von seiner Taufe an, die er vom Io, Hannes empfängt, bis zu seinem Begräbniß. Die Composition ist von einem solchen Umfange, daß das Stück in einem einzigen Tage nickt aufgeführt werden konnte. Man führte also mehrere Tage hinter «inander eine Abtheilung nach der andern

auf.

,) Das Priuilenium steht abgedruckt im iste», Thelle der ttittoire «!l> Matre traurig der Brüder Parfait, S. 5ü.

Douterwee'e Gesch. l». schön. Aedet. V. l>. G

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auf. Eine solche Ablheilung hieß daher ein Tag« werf oder eine Iournee. So ist der Nähme entstanden, der nachher von den Spaniern für ih« re geistlichen und weltlichen Schauspiele in hispa« nisirter Form (^ornaä») angenommen und, weil man in Spanien das Stammwort nicht verstand, als gleichbedeutend mit Act Hder Aufzug beibehalten wurde. In Frankreich verschwanden die Iourneen aus den Schauspielen, so bald die Mysterien eingingen '). Das große Myster von der Passion konnte nur mit Opernpomp aufgeführt werden. Es verlangt einen solchen theatralischen Apparat, daß man die Kühnheit der Unternehmer des ersten französischen Theaters bewundern muß "). Sie» den und achtzig Personen treten schon in der ersten Iournee auf; unter ihnen die drei Personen der christlichen Gottheit, sechs Engel und Erzennel, alle zwölf Apostel, Herodes mit seinem ganzen Höft, eine Menge erdichteter Personen aus allen Ständen, und sechs Teufel. Von dramatischer Verwickelung und Auflösung zeigt sich nichts weiter, als was die Folge der Begebenheiten von selbst mit sich bringt. Aber die Compositton hat bei aller Rohhelt und Geschmacklosigkeit etwas Großes. Der

Pro

t) Vergl. den dritten Band dieser Gesch. der Poesie und Bereos. — Die Spanier wußten selbst nicht, wie sie zu ihren Iornados gekommen waren. Deswegen maßten sich mehrere spanische Schauspieldichter die Eh« an, ihre dramatischen Werke zuerst in Iornaoas abge, thellt zu haben. An Tage dachte man dabei nicht; denn ein Tag heißt im Spanischen Dia.

u) Man vergl. den Auszug aus diesem geistlichen Schau, spiele in der Nilr. clu tnsatre iralixciiz, l'. I. Aber verdiente ein so mertwürmges dramaüsches Gedicht nicht /zanz abgedruckt zu werden?

Prolog ist freilich eine Predigt über die Worte:" "Das Wort ward Fletsch." Auch der Anfang des Stücks selbst ist nicht dramatisch; denn Johannes eröffnet die erste Iournee mit einer Predigt in der Wüste. Dann aber erscheint sogleich da« jüdisch« Synedrium. Christus unterhält sich darauf mit seiner Mutler und dem Engel Gabriel. Auf die Taufe Christi folgt eine Rathsversannnlung der bö, sen Geister in der Hölle. Dann treten Judas und Pilatus auf. Em vortrefflicher Gedanke war es, in einer Scene den Judas mit seiner Mutter zusam» menzustellen. Dann geht die Dramalisirung in die Jugendzeiten des Messias zurück. Für Abwech, selung der Scenen ist bis zum Ungeheuern gesorgt. Die erste Person der christlichen Gottheit scheint immer nur unsichtbar gesprochen zu haben. Die Katastrophe der Hinrichtung des Messias wird bis zum Gräßlichen tragisch durch die Gegenwart der Teufel, die in dem ganzen Stücke Hauptrollen spie» len. Mag nun immerhin das Große der wilden Composition vorzüglich in der Handlung selbst lle« gen; und mag es durch die platten und widersinnigen Scenen noch so cancaturmüßig werden; es zeigt sich doch in dem ganzen Stücke eine energische Phans tasie, die ihre rohen Dichtungen mit den biblischen Notizen kühn verbindet. Mehrere Scenen schei» nen gesungen zu seyn, unter andern einige in Chören. Die Charaktere sind gar nicht vernachlässigt. Das Myster von der Passion ist, mit einem Worte, kein gemeines Stück. Aber eS ist überfüllt mit gemeinen Scenen unter wahrhaft poetischen. Was es im Ganzen und in einzelnen Stellen von wahrer Poesie enthält, unterliegt dem Grotesken, Albernen und Unvernünftigen. Und»

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