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wahren Pragmatismus, erzählend zu räson,' niren und durch die Facta selbst, nicht durch Di, gressionen, das Urtheil sich aussprechen zu lassen. Seine Reflexionen ergeben sich als die natürlich, sten immer von selbst, iob und Tadel erscheinet» bei ihm durchaus prunklos und völlig in der richtis gen Ansicht der Begebenheiten gegründet ^). Aus allen diesen Vorzügen der Memolres des Comines erklärt sich leicht, wie sie in der Folge ein liebllngsbuch des geistreichen Montaigne werden konnten,'

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stehen ihre übrigen historischen Werke aus denselben lZelten weit zurück. Die Vorliebe der Nation für die Memoire« ihielt damals die Ent, Wickelung der historischen Kunst im Großen noch nicht auf. Aber es zeigte sich schon, daß die histo, rische Kunst im Großen weit weniger Reiz für den französischen Geist hatte, als die Darstellung des Einzelnen im Verlauf der Begebenheiten und Intriguen. Auch Männer von Geist und gebilde« ten Talenten schrieben die Geschichte der Begeben, heilen, an denen sie selbst keinen Theil genommen hatten, fast ganz chronikenmäßig.

Froissarr, der merkwürdig« Mann, dessen Geschichte oben bei der Anzeige seiner poetischen Wer? le ^erzählt wurde, verdient unter den französischen Chronisten des vierzehnten Jahrhunderts aller, dings auch in rhetorischer Hinsicht bemerkt zu wer, den, aber nur, weil sein weitläuftlgeS historisches Werk anschaulich beweiset, wie wenig selbst ein so romantischer Kopf Vortheil von der französischen Poesie seines Zeitalters ziehen tonnte, um wenig, stens nach der Analogie der epischen Composition ein historisches Ganzes zu entwerfen. Froissart ahn, dete nur sehr dunkel, was im Alterthum schon He, rodet einsah, daß die historische Kunst, wie die epische, so bald sie eine Reihe von Begebenheiten als ein Ganzes darstellen will, von einer bestimm« ten Idee geleitet werden muß, die der Einheit der Composition zum Grunde liegt, wenn gleich diese Idee in der historischen Composition präg« malisch und keinesweges poetisch seyn soll. Frois, s»rt suchte, freilich ohne alle theoretische Reflexion, durch den Reiz des Wunderbaren die wahre

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doch scheint ihm an der Darstellung mehr gelegen gewesen zu seyn, als an der Belehrung.

Enguerrand de Monstrelet und Iu< venal des Ursins, die beiden vorzüglich bekann, ten Chronisten der Geschichte von Frankreich bis gegen dje Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts, scheinen nach Höherer Cultur des historischen Geistes und Geschmacks nicht einmal gestrebt zu h> ben. Jean de Troyes, der Verfasser der scan, da lösen Chronik zur Geschichte tudwig's XI., hat» te genug an den Thatsachen, die er aufdecken wollte.

Von den übrigen Versuchen in fran« zösischer Prose aus dem dreizehnten, vierzehn, ten und fünfzehnten Jahrhundert läßt sich noch weniger melden, das in einer allgemeinen Geschichte der neueren Beredsamkeit eine Stelle einnehmen dürfte.

Einen der ersten französisch geschriebenen Versuche in der Poetik und Rhetorik lieferte uns ter der Regierung ludwig's Xl. und Carl's Vlll. ein Ungenannter, der den Beinahmen der Un, glückliche (I/inlortune). man weiß nicht warum, erhalten hat. Sein Buch nannte er selbst den tustgarten und die Blume der Rhetorik ()2räin öe xl»ili,nce et üeur cl« rlickaiiyue). Nach

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der Versicherung französischer Utteratoren ist es die älteste Anweisung zur Reimkunst nach den Grundsätzen, denen damals in Frankreich die Verfasser der Balladen, Rondeaux, und ähnlicher Gedichte und Relmwerle folgten °). Poetik und Rhetorik war diesem Ungenannten, wie auch in der Folge den franzöl fischen Kritikern gewöhnlich. Eins und Dasselbe. In seine Fußstapfen trat ein gelehrter Pfarrer, Pierre Fabry oder le Fevre. der den Cicero und Quin» Man gelesen hatte, und die Beredsamkeit seiner Zeilgenossen in den ersten Decennien des sechzehnten Jahrhunderts durch ein Buch bilden wollte, dem er den Titel gab: Die große und wahre Kunst der völligen Rhetorik (I.e ßr»nt et vr»x «rt 6e pllline rlietoriyue). Er gab <m Geist und Styl seines Zeialters wieder, was er von Cicero und Quin« lilian gelernt, so gut er es einigermaßen verstanden hatte t).

5) Nachweistmg über die Ausaaben dieses ^räin 6e plsiKnco findet man <U der Libliotliöque tlÄncoile, l'.M, . S. 87f) Vergl. die Libl. lranzoise, T'om.I. S.Z43.

Ge,

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