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den, läßt sie sich seine Umarmung ssefallen, und "fühlt schon, wie sich nach und nach ihr Gürtel hebt"").

Ronsard wollte auch der Homer seiner Na, lion werden. Mit seiner Franciade (I» kr»«, cigcie) fängt die Reihe der mißlungenen Versuche der Franzosen in der epischen Kunst an. So viel richtiges Gefühl für das Wesen eines Naiionalhel« dengedichtS hatte Ronsard, daß er den Helden sei« ner Franciade in dem fabelhaften Anfange der Geschichte von Frankreich aufsuchte, wo er kein hi« siorisches Hinderniß fand, den epischen Stoff nach Gefallen durch freie Dichtung umzubilden und durch so genannte Maschinerie ohne trockene Allegorie zu er» höhen.. Aber er vertiefte sich in die älteste Geschich, te von Frankreich so weit, daß ihn die historische Wahrheit ganz verließ, und der Stoff selbst alle« wahre Natlonalinteresse verlor. Nicht zufrieden damit, bis auf die fabelhaften Zeiten der Phara« mynde zurückzugehen, griff er das alte Mährchen von einem gewissen Francus auf, derein trojani» scher Prinz gewesen seyn und bald nach der Zerstörung von Troja das Königreich Frankreich gestiftet haben soll. Ohne Zweifel glaubte Ronsard, keine glücklichere Wahl treffen zu können, weil er auf diese Alt die fran, zösisch« Geschichte an die griechische knüpfen und seine rnythologische Gelehrsamkeit geltend machen konnte. Wäre aber auch aus dem Stoffe etwa« Besseres zu machen gewesen, so war Ronsard doch nicht der Mann dazu. Seine Phantasie war nur an Phrasen reich. Von der wahren Geschichte ver» lassen, künstelte er durch mühsames Nachsinnen ei«

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ttaut slev« l» ceinture. »

ne epische Erfindung zusammen, die nicht frostiger ausfallen konnte ^). Der Prinz Francus, ein Sohn Hektor's, wird von seinem Onkel Helenus oder He« lenin, wie er hier heißt, aus Griechenland, wo er als vornehmer Gefangener einige Auszeichnung ge« noß, auf Reisen geschickt, um die große Welt ken, l,en zu lernen, kommt mit Kenntnissen bereichert und als ein tapferer und gewandter Mann zurück, und wird dann von dem prophetischen O»kel, der in ihm den Stifter der französischen Monarchie erkennt, auf wohl ausgerüsteten Schiffen zu seiner Bestim» mung abgesandt. Die Abfahrt wird von dem Dich» ter benutzt, ein Fest der Corybanlen zu beschreiben. Neptun, seines alten Hasses gegen die Trojaner «in« gedenk, erschwert die Expedition durch einen gewal» «igen Sturm; und Ronsard ergreist die Gelegen, heit, so viel Meergölter und Nymphen, als er aus seinen mythologischen Studien kannte, in Beschrei« bungen figuriren zu lassen. Es lohnt sich nicht der Mühe, den Faden der Begebenheilen durch die vier Bücher der Franciade weiter zu verfolgen. Ron« sard selbst scheint seine ermüdende Arbeit auf vier Bücher eingeschränkt zu haben, weil er mit aller Anstrengung nichts mehr ersinnen konnte. Die epi« sche Manier, deren sich Ronsard befliß, sollte vor« züglich nach dem Birgit gebildet seyn. Deßwegen hat er sich besonders um die Präcision der Sprache viele Müh« gegeben. Auch ist diese Sprache nicht ohne Würde und Eleganz, und weniger affeclirt, , als

e) Kien n'elt plu« iroiä «zue la kranciacle, sagt auch La Harve von Ron>aro. In der großen Ausgabe der Werte Nonsard's spricht der Herausgeber, um das Wert zu loben, von dem iaöo^leua? Olivcsße <ie I,

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Unter den übrigen Mitgliedern des bewunder« ten "Siebengestirns" galt vorzüglich Joachim dü Bellay sehr viel. Das Ansehen, das er bei Ho, fe genoß, wurde unterstützt durch seinen Familie», rang und durch den Einfluß seines Vetters, des Cardinals Dü Bellay, der in der politischen Ge» schichte dieses Zeitraums ein bedeutender Mann ist. Joachim dü Bellay, der Dichter, starb als designir« ler Erzbischof von Bordeaux im Jahr 1560. Sei« ne Zeitgenossen haben ihn den französischen Ovid genannt; denn er machte lateinische Verse in der Manier des Ovid, und sucht« auch in seinen französischen Gedichten die gefällige Leichtigkeit der ovi« dischen Poesie nachzuahmen. Uebrigens haben die« je Gedichte wenig mit den Werken des Ovid ge« mein. Die meisten sind Sonette, Oden, Net der, und Gelegenheitsgedichte unterverschie« denen Titeln gesammelt ^). Sprache und Styl sind bei Dü Bellay weniger pomphaft und nicht ganz so »erkünstelt, als bei Ronsard. Aber man erkennt doch in allen seinen Werken die studirte Manier der Partei, zu der er gehörte. Sein geistlicher Beruf hinderte ihn nicht, auch die üppigsten Tändeleien in der Manier des Catull unter seinen übrigen Gedichten dem Publicum vorzulegen. Solche Freiheiten verzieh das katholische Glaubensgericht dem Clerus sehr gern, wenn nur die Ketzer inbrünstig gehaßt und verfolgt

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k) Z.B. unter dem Titel ^.« ^F?-^ (pari,. 1558, 4to) eine Sammlung elegischer Sonette; eine ähnliche Sammlung unter dem Titel: H/t?ii«e, r»r. 1561» 4to. — Es liegen in diesem Augenblicke noch mehrere Werke von Dü Bellay neben mir. Aber nur den B i» bliographen tonnte »S interessiren, die Titel aufju« zeichnen.

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