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nicht verkennen läßt, sucht man bei Boileau verge, bens. Regnier'S Satyren find klassisch im Geiste ihrer Zeit. Es ist nicht seine Schuld, daß mehrer« Wörter und Phrasen der Sprache, in der er sich, wenn gleich kräftig bis zur Derbheit, doch mit an, ziehender teichtigkeit und musterhafter Präzision ausdrückt, in den folgenden fünfzig Jahren veral, ttten. Der Geist der Satyren Regnier'S ist we, der horazisch, noch juvenalisch. Es fehlt ihm die horazische Ironie, Feinheit und Heiterkeit; aber er hat weit mehr Komisches selbst in der Bitterkeit, als Iuvenal, und ereifert sich nicht so declamato, tisch, wie.dieser zürnende Sittenrichter. Gleich» wohl hat er sich unverkennbar mehr nach dem Iu, venal, als nach dem Horaz, gebildet, und eben dadurch sich selbst geschadet. Seine Satyre hätte spottend bleiben, nicht strafend werd.n müssen, wenn sie nicht aus ihrer rechten Sphäre fallen sollte; denn das ernsthafte Sittenrlchteramt kleidete den Mann nicht, dessen satyrische Gemählde des unsittlichen lebens selbst zu verstehen geben, wie vieles wenig« stens in Einer Hinsicht gegen seine eigenen Sitten zu erinnern war. Thorheiten, nicht lasier, hätte er zum Gegenstande seines Witzes wählen sollen. Dann würde seine Satyre auch an poetischer Freiheit gewonnen haben. Indessen ist er ein Sittenmahler nach dem leben. Alle seine Dar, stellungen haben den Charakter der eigenen An, schauung. Au« der Menge von Zügen, die sich ihm in der Beobachtung darboten, hat er fast im« mer sehr glücklich diejenigen herausgehoben, die in witziger Verbindung ein komisches Gemählde geben. Und so weit ein witziger Kopf, der auf diese Art, «hne größere und mehr poetische Ideen, die

Q 4 Welt, Welt, wie sie ist, von einer interessanten Seite dar« stellt, ein Dichter seyn kann, ist es Regnier. düngen und phantastischen Phrasen erschöpft hätte, oder, wenn er sich mit wahrer Eleganz ausdrückte, auf den unteren Stufen des poetischen Erfindungen geistes stehen geblieben wäre. Von Malherbe und Regnier bis auf Corneille und Melier« zeigen sich gar feine Spuren des höheren Dtchtergenies am französischen Parnasse. Dafür aber wimmelt es dort seit dieser Zeit von mehr, oder weniger elegan, ten Verskünstlern, schönen Geistern, und nicht un« witzigen Köpfen, die Mancherlei hervorbrachten, was zur Poesie im gewöhnlichen Sinne gerechnet wird. Unter dem großen Vorrathe von Mittelgut, das hier in Betracht kommt, findet sich auch hier und da manches Vorzüglichere. Aber es wäre Ver« schwendung de« Raums in einer allgemeinen Ge« schichte der neueren Poesie und Beredsamkeit, Alles, was nicht ganz verwerflich ist, zu registriren. Auch die Anzeige desjenigen Vorzüglicheren, das nicht« Außerordentliches ist, kann hier füglich kurz gefaßt werden, da wir uns der glänzenden Periode der französischen lllteratur nähern. Es wird am be, quemsten seyn, die Dichter, die hier noch zu er, wähnen sind, nach den Dtchtungsarten zusam« menzustellen?).

Der Satyren Regnier's, die auf die Nach, Welt gekommen, sind sechzehn. .Siegehören alle, ihrem ganzen Zuschnitte nach, wie die von Horaz unD Iuvenal, in das Fach der didaktischen Saty» re, die sich an die didaktische Epistel schließt. Der Vers ist in allen der Alexandriner, dessen Herrschaft in der französischen Poesie Nun schon entschieden war. Wo die Sprache etwas holperig wird, drängen sich die charakteristischen Züge der satyrischen Sittenge»nählde oft am treffendsten zusammen. Mit der Delicatesse des Ausdrucks nimmt es Regnier nicht immer genau. Aber Vieles von der altfranzösischen Naivetät ist in seine Manier übergegangen; und dieß giebt ihr den eigenen Reiz, den man bei Boü leau nicht wiederfindet. Regnier's guter Geschmack zeigt sich gewöhnlich um so weniger, je ernsthaft ter er seyn will. Inder ersten, dem König zu« geeigneten Satyre, nennt er diesen Monarchen "das lebendige Gestirn des Mars" ') und paradirt mit trivialen Gedanken in ronsardischen Phrasen. Aber meisterhaft zeichnet er den hungrigen Poeten ^),

den

i) kuillaut Kai äe« rrancoi«, ästre vivant 6e blars.

K) Z.B. in der zweiten Satpre:

Or laiNgnt tout ccc/, retour»? u nn« mouton, ölule, et lsn« varier, ci/ nou« quel^ue lurnctle«. De tc« enflinl d^Narc!«, ce« tierceletz cle ?aete«» (iui p»r le« c2rretol,r5 vont leurz ver§ ßrimÄllgn«, Hui r,»r leurz l>6tioi,z lont rire !ez pgss»»«; Lt <zusnä !l> f»im l?5 poincl, le preinnt sur !e voNre, tummele« eltourneaux, il« «'«ifÄinent l'un l'autry.

seriell'

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llch liefert er auch mit cynischer Unbefangenheit eine treue Darstellung der unsauber« Oerter, die er besuchte "). Seine moralischen Reflexionen gehören zwar nicht zu den außerordentlichen, sind aber doch nicht ohne Interesse des Inhalts und des Aus, drucks °).

Unter den übrigen Gedichten Regniers sind einige komische Kleinigkeiten das Beste.

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i. In der lyrischen Poesie dauerte die Mo« de der Sonette in Frankreich bis um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts fort. Geherrscht aber hat die Sonettenpoesie in Frankreich nur während

der

p) In der Libl. fr^oile lam. XIII. XIV. XV. und XVI. findet man w«h! Alles beisammen, was man zur voll» ständigen Kenntniß der Werke aller nur einigermaßen nicht durchaus unbedeutenden Verfasser französischer Verse aus diesen Zeiten ungefähr wissen muß, wenn man «« zu wissen verlangt.

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