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sie« französischen Dichter. Aber in Versen zu räfonniren, besonders zu moralisiren und zu sa< tyrisiren, das blieb, seit dem Roman von der Rose, ein iieblingsgeschäft Derer, die französische Verse machen konnten. An einer furzen Nachricht von einigen solcher Werke, die durch den Roman von der Rose veranlaßt wurden/ mag es hier genug seyn >).

Ein gewisser Jacques Grelee oder Gelee schrieb gegen das Ende des dreizehnten Jahrhunderts einen Roman, das heißt, eine allegorische Dichtung vom neuen Fuchs (1e Kam»n 6ul.au.. veau Kengrä), dessen Titel schon die satyrische Ten, denz aussagt. Die größten allegorischen Werke nach dem Roman von der Rose schrieb «in gewisser Wilhelm von Degutlleville aus Paris, ein Geistlicher, ungefähr um das Jahr lzzc,. Er selbst meldet von sich und seiner Poesie, daß "nachdem er wachend den schönen Roman von der Rose gelesen, betrachtet und wohl beachtet Habe, er glaube, daß dieß die Ursache gewesen, die ihn bewogen, dasjenige zu träumen, welches er nun vermelden wolle" "). Aber er war von frömmerer Sinnesart, als die Ver« fasser des Romans, den er zum Muster nahm. Sei, ne allegorisirende Phantasie verbreitete sich ernstlich

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!) Wer weitere Auskunft darüber sucht, wende sich an Massieu, und an die Libliutliöciue irnncaile, l'. IX.

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über die lehren und Geheimnisse des ChrlstenthumS. Er verfaßte also in der Sprache und dem Styl des Romans von der Rose drei große geistliche Alle« gorien, denen die Idee der Pilgerschaft gemein, schaftlich zum Grunde lag. In dem ersten soll dar, gestellt werden die Pilgerschaft des Menschen in diesem ieben; das zweite soll die Pilgerschaft der See« le nach dem Tode anschaulich machen; und im drit? ten soll die Pilgerschaft Christi von seiner Mensch, werdung bis zur Ausgießung des heil. Geistes er, scheinen. Was diese christlich-philosophische Idee einer allgemeinen Pilgerschaft Poetisches und Gro, ßes hat, tonnte Deguilleville nur ahnden. Er ver« mochte nicht, einen Blick über die rohe Vorfiel, lungsart und den Geschmack seiner Zeitgenossen, dl» mit ihm allegorisirten, hinauszuwerfen. Er läßt in der ersten jener drei Dichtungen einen Pilger durch einen frommen Traum zur Wallfahrt nach Je, rusalem ermuntert werden und einen Theil der Herr« lichkeiten dieser Stadt schon in einem Spiegel vor» auserblicken. Da sieht der Pilger die Engel als Wächter vor den Thoren von Jerusalem und die Zeichen des vergossenen Blutes der Märtyrer. Nun, da «r Anstalt zur Reise macht, erscheint ihm eine wunderschöne Dame, die ihn zu sich in ihr enllege, «es Haus nimmt, und ihm da die nöthige Unterweisung in geistlichen Sachen giebt. Diese schöne Dame ist die Gnade Gottes. Mit der Gnade Gottes disputirt die Natur. Aber die Buße und die christliche Milde ((Ül«nte) vereinigensich mit der Gnade Gottes, den Pilger aufzuklären. Und in diesem Geiste sind die drei Dichtungen aus, geführt. Die personisicirte Gnade Gottes erlaubt sich in ihren Erklärungen der geistlichen Sachen nach

d«r der Vorstellungsart des Deguilleville auch erbauliche Wortspiele in der Manier des gemeinsten Mönchs, Witzes jener Zelten "). Wie fleißig die poetischen »Werke dieses Deguilleville gelesen wurden, bewel, sen, nach dem Zeugnisse der französischen titterato, ren, die vielen handschriftlichen Exemplare in den Bibliotheken. Dieser merkwürdige, vorzüglich als Geschichtschrei, ber seiner Zeit berühmte Mann verdient in der Gee schichte der französischen litteratur eine genauere Erwähnung. In seinem eben so unsteten als interes, santen leben erkennt man nicht den Historiker, desto wehr aber den Dichter '). Froissart, geboren zu Walenciennes ungefähr um das Jahr ,337, war un« <«r den französischen Dichtern einer von den wenigen romantischen Köpfen, die es mit der poetischen Schwärmerei so ernstlich meinten, daß sie ihr wirkliches leben zum Roman machten. Zum melancho,, tischen Brüten über seinem Herzen, nach Art der Spanier und Portugiesen seiner Zeit, war er nicht geneigt. Bei allen Opfern, die er den Damen sei, «er liebe brachte, erkennt man durch sein ganzes teben den jovialischen Franzosen. Schon in der Schule war er> wie er in Versen von sich selbst er» zählt, ein muthwilliger, lustiger und galanter Kna, be. Wo es in seiner Nähe etwas zu Singen und zu Tanzen gab,' fehlte er nicht; und als er zwölf Jahr alt war, machte er schon jungen Mädchen den Hof. Alles, was den Sinnen schmeichelt, reizte ihn "). Aber mitten unter den Zerstreuungen des

Weniger allegorisirend, desto mehr aber mo» «alisirend, schrieb Jean du Pin, auch ein Geist, licher, ein tugendhaftes Feld des guten le, bens ((ÜN2mo vertueux ^e Könne vie), und «in Evangelium der Frauen (Lv«nßlle n'e« temine«), in Alexandrinern "). Das Evangelium soll ganz artig und scherzhaft seyn. Die Todesfrist (K«soit cie l» mort), ein iehrgedicht in demselben Geist und Styl von einem gewissen Jean le Fe, vre, ParlementSadvocaten, ist eben so arm an poe,

tischen

n) Um doch auch davon wenigstens Eine Probe zu geben, mag das Spiel dienen, das der witzelnde Reim« mit dem Nahmen Venus treibt.

<)u3nt <5e ton« noinit« arme le««, l'outte« toi« nul <i tre« louvant , l>Ie trouvera« certginement

Oomme lerü« ceste Venu8 "»

^ <^ui ne le comnaire nul«
Veneur cku mon6e «zuel qu'il loit,
tügr trop plu« «ll« eile ^c^oit,
Lt nreucl <ie bestez et occist,
<2u'unc^ue« «utre /^ensu^ ne l>it.
ve vener /^en?« eile 2 le nom,
l)lii noint ne fault 5 vennilon:
O'eN I3 M2uv3ise ^ene^e^e
(Zui j2M2l« «ievener ne celle. He.

«) Vergl. Fauchet, Blatt 579, und die Libl. lrancuile, 1. IX. l». 9s.

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Jung«

r) Dl« vollständigste Nachricht von dem Leben und den Schriften dieses melkwürdigen Mannes hat den fielßi» gen, um die Geschichte des Ritterwesens besonders ver< dienten Curne de St. Polaue zum Verfasser. Man findet sie in den Usmoire« äe l'^caclemie 6« Inlcript. "lom.X. und lom. XIV. Ein Auszug aus denselben steht in l'om. IX. der Libl. lrancoilc.

ll) l're» <»us n'svoie czue clouil«: 3Ul
^llole forinent ßoulous2i,z
De veoir llgule« et caroll«,
v'oil Klcnesttylz et ^roll«

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