페이지 이미지
PDF

lerlandeS einen Platz, der besonders für ihn offen gebliehen zu styn schien, durch eine glückliche Verl schmelzung des spanischen Geschmacks mit dem fran, zösischen in der komischen Utteralur. Seine meist«'«' Arbeiten im dramatischen Fache sind komische Opern, die er für das IahrmarktSlheater (tliestre c!e I» soire)' schrieb. Aber auch einige seiner tustspiele, die er für das regelmäßige oder französische Theater (!e tl,e»tle fl2u<;uiz) bestimmte, und in denen er doch die Manier der spanischen Dichter tope de Veg« und Calderon nachahmte, werden noch immer von Zeit zu Zeit aufgeführt, Sie unterscheiden sich in, dessen von den spanischen durch den Mangel des Verses und durch absichtliche Vermeidung der. Aus» schmückungen, ohne die ein Intriguenstück in Spa< nie« nicht leicht gesiel. !e Sage kannte den Ge« schmack seiner Nation zu gut, um das Interesse der komischen Situationen auf dem Theater nach spani« scher Art durch romantische Uebergänge der drama? tischen Poesie in die lyrische zu heben. Seine verliebten jungen Herren und Damen schwärmen nicht, wie die ihnen übrigens ähnlichen, auf demspani» schen Theater, in Sonetten, oder in ekstatischen < Metaphern. Alles was im spanischen tustspiele den Franzosen als Ausschweifung der Phantasie, und folglich als geschmacklos, erscheinen mußte, ahm« te'Sage nicht nach. Aber die geistreiche Kühnheit der Verwickelungen und Überraschungen, und den leichten Gang des Dialogs in einer pikanten und doch durchaus ungezwungenen Sprache hatte teSage den Spaniern abgelernt. Einige seiner tustspiele sind freilich fast nur Uebersetzungen aus dem Spani» schln. Seiner komischen Opern und Romane soll

unten

[ocr errors]

unten weiter gedacht werden, le Sage lebte bis in. das Jahr 1747 e).

An der Grenze des litterarischen Jahrhunderts tudwig's XIV. und-der folgenden Periode der fran« zösischen Utteramr sieht der lusispieldichter, Phi, lippe Nericault DeStoucheS, Mitglied der französischen Akademie, geboren im Jahre l68o. Der Geist und die Manier seiner tustspiele gehören von der einen Seite so bestimmt der Schule Mo< liere's an, und weichen doch in einer andern Hin» ficht schon so weit von dieser Schule ab, daß man kaum weiß, zu welcher Reihe von dramatischen Dich, «ern man ihn zählen soll. Zur Partei der sogenannten Philosophen, durch deren Einflüsse auf den herrschenden Geschmack das neuere Zeitalter der französischen titteratur sich von dem Jahrhundert tudwig's XlV. scheidet, gehört DeStouches nicht. Aber er war einer der Ersten, die durch Nachdenken über den Zweck der dramatischen Kunst ««leitet wurden, die wahre Idee des eigentlichen iuMel» zu verkennen und den komischen Effect dem mora» ll scheu unterzuordnen, um durch ihre Dichtungen dem Publicum nützlicher zu werden"). Bis aus

Des,

«) Di« regelmäßigen Intriguenstüife des te Sag« sin!» besonders qedrucke in einer Handausgabe: Kecueil äet z»ecc« m»se«»u tti^utre ft3Nc«i«p«r^ll. I>«82ße, i^e» ttricllt» 1774» in 2 Duodezbänbe«.

K) Man kann sich über den Zweck des LuWlels nickt beut» lichcr erklären, als sich Deslo,>ct,es selbst in der Vorrede zu dem Stücke: l.» porce <Iu nZturel, darüber erklärt hat. Ich setze desiweqc» die ga-lzc Hielle her»

8i «zue'czlle r^Nezion peut m'trre f^vorglilo »u» z»rs« «ie, sf>eit2tcur» «t 6« lecteur«, e'ett <zu« /H«

ton»

DeStoucheS verloren die französischen tustspieldichter den komischen Effect nie so weit aus den Augen, das in ihren Charakterstücken das Ernsthafte herrschend wurde. DeStoucheS aber suchte, um ein.

recht

[ocr errors][ocr errors]

192 lV. Gesch. d. franz. Poesie u. Beredsamkeit.

«cht moralischer lustspieldichter zu seyn, nicht nur sorgfältig alles Unanständig«, und was ihm über» Haupt der moralischen Tendenz des wahren luftspiels entgegenzuwirken schien, zu vermeiden; er mischte auch in seine Darstellung komischer Charaktere so viel belehrenden Ernst, daß die komische Haltung des ganzen Stücks darüber verloren ging. Unver? weidlich mußte er nun, wenn der moralische Ernst seiner lustspiele nicht trocken ausfallen sollte, sich zu dem Rührenden neigen, das dem lustsplele aus der Schule MoUere'S fremd ist. Auf diese Art arbeitete er den späteren Schauspieldichtern vor, die das Komische gar nur beiläufig in das Rührende einmischten, und die Zwittergaltung, das weine« lichelustspiel genannt, erfanden. DeLtouches selbst erlebte noch die förmlich« Einführung des welnerli« che« iustspiels neben dem eigentlichen und wahren aus dem französischen Theater.. Aber seine drama« tischen Werke unterscheiden sich dennoch durchaus von den späteren, die, ohne Trauerspiele zu seyn, auf Rührung berechnet sind. DeStouches wollte nicht so wohl rühren, als durch die feinste und treffendste Charakierzeichnung belehren und bessern. Nür wo dieser Zweck rührende und sogar erschüt, ternde Scenen neben den komischen nothwendig machte, ließ er sich durch die Besorgnis), Thränen zu entlocken, die den komischen Effect störten, in der Anordnung und Ausführung der Partieen seiner Charaktergemählde nicht irre wachen. Zuweilen, freilich, scheint er sich selbst in diesen rührenden Scenen seiner lustsviele vorzüglich gefallen zu haben. Ueberhaupt mußte er sick, um seinen Grundsätzen getreu zu bleiben, oft weit von der wahren Poesie des iustspiels entfernen. Die komische Kraft des

Mo,

Mollere sucht man vergebens bei DeStouches. Abee «inen feineren Charakterzeichner, als Des, touches, hat es unter den lustspieldichtern aller Nationen nicht gegeben. Eine MenschenleunlNiß, wie man sie nur in der großen Weli erwarten kann, spricht aus allen seinen dramatischen Arbeiten; und diese Menschenkenntniß tritt nicht etwa in allgemein neu Refiexionen und Sentenzen hervor; sie ist mit dem Plane und der Ausführung der lustspiele des DeStouches auf das innigste verwebt, so, daß die Wahrheit, die DeStouches lehren wollte, immer in Interessanter Anschaulichkeit unmittelbar sich seihst Nlittheilt. Selten erlaubt er sich, langweilige und triviale Charakterein seine dramatischen Erfindunaen einzumischen. In dem Plane seUler Theaterstücke zeigt sich ein höchst cultiviller Verstand, und in der Ausführung ein sehr selienes Darstellungslalent, verbunden mit der reinsten und ungezwungeüstett Eleganz des Ausdrucks. Die Menge seiner dralnN, tischen Werke beweiset zwur keine besonders reiche Phantasie, aber eine bewundernswürdige Uuerschöpf, lichkeit in der Kunst, nicht so wohl die auffallendt sien, als gerade diejenigen Thorheiten und Schwächen des menschlichen Herzens, die sich zu verstecken su« eben, und die doch im wirklichen leben das meiste Uns heil stiften, aus der Natur hervorzuheben u»d mit ungemeiner Delieatesse zu dramatisiren. Ein so feines, in den kleinsten Zügen treffendes, in den führendsten Stenen, wie in den komischen, durchi aus interessantes und meisterhaft durchgeführtes Cba» raklerstück, wie der Rangsüchtige (l^6!m!eux) von DeStouches tonnte wohl den Kunstrichter beste« che«, der ganzen Gattung,zu der dieses Stück ge« hört, einen Werch einzuräumen, den sie in der VsUlerwek's Gesch.d.schön.Rtdek. Vl.V. N Thal

« 이전계속 »